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Erwerbsbeteiligung, Armut und Sozialpolitik

In Arbeitsgesellschaften gilt Erwerbsarbeit als Schlüssel für soziale Teilhabe. Gleichzeitig sind Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, geringe Einkommen oder beschränkte Erwerbsbeteiligung typische Risiken. Sie stellen besondere Herausforderungen an die Betroffenen und können sich mit weiteren individuellen und strukturellen Risiken zu kritischen Lebenslagen, ungleicher Chancenverteilung und sozialen Ausschlüssen verbinden. Erwerbsrisiken bilden damit einen wesentlichen Treiber wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit und können zur Entstehung von Armut und zur Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen. Dies erfordert wohlfahrtsstaatliche Interventionen wie auch wissenschaftliche Beobachtung und Evaluation.

Das IAB untersucht vor diesem Hintergrund die Entwicklung von Lebenslagen, Lebenszusammenhängen, Lebensverläufen, Teilhabechancen und -risiken. Dabei werden zentrale ungleichheitsrelevante Merkmale von Personen, wie Geschlecht, Bildung und Beruf, soziale Herkunft und Alter, im jeweiligen Haushalts und Familienzusammenhang berücksichtigt.

Im Grundsicherungsbezug können die Übergänge aus Schule in Ausbildung oder in den Beruf besondere Hürden darstellen und langfristig negative Folgen für den Erwerbsverlauf mit sich bringen. Projekte zur Situation von Jugendlichen im SGB II sind damit ebenso wie Analysen zum Einfluss der (Berufs-)Ausbildung auf Erwerbs- und Armutsrisiken wichtige Bestandteile. Ein weiterer Fokus liegt auf Interaktionen im Grundsicherungsbezug, beispielsweise der Beratung und Vermittlung in Jobcentern, auf der Deutung und Wahrnehmung, praktischen Umsetzung, Effizienz und Effektivität von sozialpolitischen Interventionen sowie deren Wirkungen auf Lebensläufe, Verteilungsrelationen und soziale Schichtung, auf die Erwerbsbeteiligung und auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Teilhabe.